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Mittwoch, 25. Juli 2012

Neuauflage: Holy Mother von Swami Nikhilananda in Deutsch


Holy Mother Das Leben von Sri Sarada Devi
Swami Nikhilananda
Holy Mother
Das Leben von Sri Sarada Devi
(Ehefrau und Schülerin von Ramakrishna, dessen Werk sie fortsetzte.)



Nikhilanandas Biografie der Holy Mother zeigt uns, dass es sehr wohl möglich ist im täglichen Leben, selbst in Armut, Mühsal und Krankheit, nichts anderes zu erfahren als das göttliche Eine, das Selbst in allem und jedem. In dieser ständigen Erfahrung können wir jedem Lebensproblem gelassen und heiter begegnen.

Sarada Devi, die Mutter, ist eine Verkörperung dieses Einen, aus dem die Vielfalt der dualistischen Welt hervorgeht; sie lebte in der Dualität und verlor dennoch nie ihre Einheit mit dem höchsten Selbst. Durch ihre Verwirklichung konnte sie das Werk Ramakrishnas vollenden und die Welt segnen: „Ich bin die Mutter der Tugendhaften und ich bin die Mutter der Sünder. Immer wenn du in Not bist, sage dir: (mehr...)

Dienstag, 15. März 2011

Buchauszug: Turaabhi von Räälja Cuntööleng

Ich steige mit Meister Schesei den Berg hoch zum Kloster zurück. Prustend eile ich dahin. In seiner gewohnt gütig-humorvollen Art neckt er mich und meint, ein Yogi würde niemals so viel prusten, sondern tief und rhythmisch durchatmen. Dann kommen wir auf dem Klosterareal an. Dort erfasst mich von Neuem die schmerzhafte Sehnsucht, so dass mein Herz physisch schmerzt. „Oh Meister“, flehe ich ihn an: „Kannst du mir bitte Gott zeigen?“ Meister Schesei streicht liebevoll über meinen Kopf und führt mich zum Garten. Dort zeigt er mir die Vögel, Blumen und Pflanzen und sagt: „Überall darin ist Gott, Taarilonn. Es gibt keinen Ort, wo Gott nicht ist!“ Ich seufze.
Hernach geht Meister Schesei mit mir durch den Klosterweg. Beim Gartenportal nahe des Gebäudes treffen wir den Medizinlama Terye. Er ist groß und schlank und von typisch mongolischem Aussehen und dunklem Typus mit tief blickenden schwarzen Augen. In seiner ganzen äußeren Erscheinung ist er das genaue Gegenstück zu Meister Schesei, der klein und breitschultrig ist und den ich aufgrund seiner hellen Erscheinung schon damals gern „Meister Sonne“ genannt hätte. Meister Schesei sagt zu ihm: „Sieh, Bruder Terye, hier unseren Taarilonn! Durch anhaltendes Meditieren wurde bei ihm bereits Hoobött,* die verzehrende Sehnsucht nach Gott, geweckt und ist kaum noch zu stillen. Da er noch sehr jungen Alters ist, muss Hoobött in die richtigen Kanäle geleitet werden, andernfalls richtet es bei ihm Schaden an, weil es seine ganzen Vitalkräfte und damit seine Gesundheit aufzehren würde! Mitfühlende Hilfe an Leidenden kann dieses Feuer kühlen und richtig verteilen. Deshalb, lieber Bruder, wäre es für ihn am besten, er käme unter deine Obhut und in deinen Unterricht!“ Ich verneige mich vor Terye Lama. Er segnet mich mit einem gütigen Lächeln. „Nun geh mit Meister Terye Lama und tu, wie er dir sagt!“ Und ich gehe mit dem Medizinlama in seine Räume. Dort muss ich mein weißes Kleid ausziehen und mich auf einen Tisch stellen. Er sagt, er müsse mich untersuchen. <Seltsam>, denke ich, <ich bin doch gar nicht krank!> Nun sucht der Lama mit einem durchdringenden und äußerst konzentrierten Blick meinen ganzen Körper ab. Sein Blick ist sehr ernst und in sich gekehrt. Als er damit fertig ist, lächelt er mir liebevoll zu und lässt mich wieder mein Kleid anziehen. Dann sagt er zu mir: „Geh zu Meister Schesei, Taarilonn, und sage ihm, dass du die Aufnahmeprüfung für den Medizinunterricht bestanden hast!“ Ich starre den Arztlama entgeistert an, denn ich habe ja gar nichts getan für diese Prüfung. Da lacht er und sagt: „Nun geh schon! Der Unterricht fängt morgen nach dem Morgengottesdienst an!“ Dann fügt er streng hinzu: „Sei pünktlich hier nach dem Gottesdienst, oh Aq’la!“ Ich weiß, was das heißt. Ich verneige mich erstaunt, eile zu Meister Schesei und werfe mich zu seinen Füßen. „Oh Meister Schesei!“, rufe ich aufgeregt, „der Medizinlama sagt, ich hätte das Aufnahmeexamen für den Medizinunterricht bestanden, obwohl ich ja gar nichts getan habe. Und ich bin doch erst fünf Jahre alt!“ „Warum so aufgeregt, Taarilonn?“, lächelt Meister Schesei. „Danke Gott für diese große Gnade! Durch jene Tätigkeit wirst du vielen Menschen helfen können und damit Gott in ihnen dienen, sofern deine Hilfe selbstlos geschieht! Nun geh, oh Aq’la, und tu, was dir gesagt wird!“ „Oh Meister, bitte gib mir deinen Segen. Denn aus eigener Kraft schaffe ich es nicht!“ Da segnet mich der Meister und entlässt mich. Normalerweise wurden in jener Epoche Schüler nicht unter acht Jahren zum Medizinunterricht zugelassen. In meinem Fall wurde eine Ausnahme gemacht, weil der Dienst an Kranken für mich die beste Medizin war, den Hoobött zu neutralisieren, und weil ich ein natürliches Talent für diesen Beruf besaß.

Ich erhebe mich und verlasse den Meister. Hinter der Mauer an einem stillen Ort halte ich ein, schließe die Augen, lege die rechte Hand auf mein leidendes Herz und seufze innerlich zu Gott: „Oh Yeesche, lass mich nicht länger leiden! Komm und zeige dich!“ Darauf gehe ich.


Auszug aus dem Buch Turaabhi - das Bäumchen, das geschnitten werden musste. (mehr...)

Dienstag, 22. Februar 2011

Ramana Maharshi – Wikipedia

Ramana Maharshi – Wikipedia:

Einleitung

Ramana Maharshi lehrte die Selbsterforschung (Atma Vichara) durch die Frage „Wer bin ich?“. Er gilt als einer der bekanntesten Weisen und Vertreter des Advaita-Vedanta des 20. Jahrhunderts. Dutzende westliche Satsang-Lehrer berufen sich heute auf ihn und sehen in ihm ihren Vorgänger.

Venkataramans Begegnung mit dem Tod

Im Alter von 16 Jahren hatte Venkataraman/Ramana laut seinen eigenen Erzählungen ein prägendes Erlebnis: Während einer elementaren Todesangst habe er sich mit der Frage beschäftigt, was im Tod stirbt. Er sei zu der Antwort gekommen, dass zwar der Körper sterben möge, jedoch nicht der Geist bzw. das Bewusstsein. Später sagte er zu dem Erlebnis: „Das Selbst war etwas sehr Reales, das einzige Reale in meinem derzeitigen Zustand, und die gesamte bewusste Aktivität meines Körpers konzentrierte sich auf dieses Selbst. Seither ist die faszinierende Kraft dieses Selbst im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit geblieben [...] Das Aufgesaugt-Sein in das Selbst dauert seitdem ohne Unterbrechung an. Andere Gedanken erscheinen und verschwinden wieder, ähnlich wie die Noten eines Musikstücks, aber das Selbst ist wie ein Grundton unter den anderen Noten stets vorhanden und mischt sich mit diesen. Auch wenn mein Körper vom Reden, Lesen oder was auch immer eingenommen ist, ist mein ganzes Sein nicht minder auf das Selbst zentriert. Vor dieser Krise vermochte ich das Selbst nicht klar wahrzunehmen, und ich fühlte mich nicht bewusst vom Selbst angezogen.

Tiruvannamalai
Sechs Wochen nach diesem Erlebnis machte Ramana sich auf den Weg zu dem von Hindus als „heilig“ angesehenen Berg Arunachala, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Zunächst, so erinnern sich Zeitzeugen, habe er in einem unterirdischen verfallenen Schrein (Pathala Linga) des Arunachaleswara-Tempels in Tiruvannamalai gesessen, und sei dort so im Samadhi versunken gewesen, dass er nicht bemerkt habe, wie sich Geschwüre und Eiter an seinen Schenkeln bildeten. Ein anderer Yogi, Sheshardi Swami, erkannte das Potenzial des jungen Yogi, holte ihn ans Tageslicht und kümmerte sich um seinen Körper. Bald darauf zog er auf den Berg um, wo er von 1899 bis 1916 die Virupaksha-Höhle bewohnte.

1898 erfuhr seine Mutter von seinem Aufenthaltsort und versuchte ohne Erfolg, ihn zum Heimkommen zu überreden. Ramana war bis zu dieser Zeit immer noch nicht dazu zu bewegen gewesen, sein Schweigen zu brechen, das er seit seinem Aufbruch zum Arunachala eingehalten hatte. Besucher konnten ihn aber dazu bringen, schriftlich Fragen zu beantworten. Das Buch Nan Yar (dt. „Wer bin ich?“) enthält diese Fragen, und umfasst laut eigener Aussage die „volle Quintessenz“ dessen, was er sein Leben lang zu sagen gehabt hätte. Er bezeichnete es als „Selbstergründung“. Hier besuchte ihn auch der bekannte Sanskrit-Gelehrte Vasishta Ganapati Muni, der dem bis dahin Brahmana Swami (Brahmanen Swami) oder Mouna Swami (schweigender Swami) genannten den Namen Ramana Maharshi gab, zusammengesetzt aus seinem Geburtsnamen Raman und dem Ehrentitel Maharshi. Aus seinen Lehren verfasste er die Ramana Gita und machte ihn in Indien einem größeren Kreis gegenüber bekannt.

Von 1916 bis 1922 wohnte Ramana mit Anhängern und seiner Mutter im Skandashram, der sich etwas oberhalb der Höhle am Berg befindet. 1922 wurde seine Mutter krank und verstarb. Um das Grab der Mutter am Fuß des Berges entstand ein Ashram, in dem er von da an lebte. Der Ashram wuchs mehr und mehr und zog viele Gäste an. Viele davon bekundeten die innere Stille in Ramanas Gegenwart, wünschten seinen Darshan und stellten Fragen. Seine Besonderheit im Vergleich zu anderen Lehrern war, dass er mehr Wert auf die von Schülern als „stille Energie-Übertragung“ empfundene Unterweisung legte als auf Worte.

Zu den Besuchern zählten religiös oder politisch bekannte Personen aus Indien wie Mahatma Gandhi oder Paramahansa Yogananda. Aber auch Europäer wie Major Chadwick oder Paul Brunton waren unter den Gästen. Diese machten ihn schließlich durch ihre Bücher im Westen bekannt.

Im Jahr 1949 wurde an seinem Arm ein Krebsgeschwür entdeckt. Ramana ließ vier Operationen über sich ergehen, weigerte sich aber, den Arm amputieren zu lassen. Als er am 14. April 1950 gestorben ist, versicherte er den Zurückbleibenden: „Das was ich bin, kann nicht sterben, weil es nie geboren wurde."

Ramana hatte nie von sich selbst behauptet, ein Guru zu sein. Dennoch erklären viele seiner Schüler, ihn als Sat-Guru („vollkommen erleuchteter Meister“) zu erleben. Ganapati Muni, Paul Brunton, Annamalai Swami, H. W. L. Poonja und Robert Adams zählen zu diesen.

Auch heute noch ist der Ramana-Ashram in Tiruvannamalai ein vielbesuchtes spirituelles Zentrum.

Atma Vichara
Ramana lehrte bevorzugt mittels dessen, was Anhänger als „Sprache des Schweigens“ bezeichneten. Fragesteller verwies er jedoch gerne auf Atma Vichara („Selbstergründung“), wobei er versuchte, sie durch die Frage „Wer bin ich?“ auf ihr „wahres Selbst“ hinzuweisen. Diese „letzte Wahrheit“ wird im Advaita auch als „Sein-Bewusstsein-Seligkeit“ (Sanskrit: Sat-Chit-Ananda) beschrieben. In der Praxis der Selbstergründung sei es laut Ramana möglich, die falsche Identifizierung mit Körper und Verstand erfolgreich aufzulösen. Danach trete die eine Wirklichkeit, die nicht etwas Neues sei, in Erscheinung.

Samstag, 12. Februar 2011

Buchauszug: Lorraine Sinkler: Der geistige Lebensweg von Joel S. Goldsmith

Joel widmete seine ganze Zeit dem Heilen und der Aufgabe, diejenigen, die zu ihm kamen, in dem zu unterweisen, was er vom Wesen Gottes und vom Gebet wußte, vor allem aber in der Meditation. Die, die meditieren lernten, waren fähig, einen inneren Kontakt herzustellen, und brauchten nicht mehr zu ihm zurückzukommen, es sei denn aus Freude an geistiger Gemeinschaft und weiterer Meditation mit ihm zusammen.

Im Jahre 1946, für das mir mein Übergang angekündigt
worden war, stellte ein Mitglied meiner Familie auf
einmal fest, daß ich schon seit mehreren Tagen kein
Fleisch gegessen hätte, und wollte wissen, ob dies
Absicht sei und irgendeinen Grund habe. Mir aber war
das gar nicht bewußt gewesen. Offenbar war es eine ganz
unbewußte Handlung. Ein oder zwei Tage später jedoch,
im Juli, setzte das geistige Erlebnis der Einweihung ein,
das zwei Monate dauerte. 

Jeden Morgen um fünf Uhr wurde ich geweckt und
aufgefordert, mich auf einen Stuhl zu setzen und da bis 7
Uhr, ganze zwei Stunden, sitzen zu bleiben. Jeden Tag
erlebte ich eine innere Erleuchtung, die mein Bewußtsein
zu öffnen schien; es erinnerte mich an eine Einweihung
der Freimaurer. Es war, als ob ich einer ehrfurchtgebietenden
Zeremonie zu meiner Einweihung in geistige
Wahrheit beiwohnte. Ich betrachtete das als die erste
Erleuchtung, die mir etwas Greifbares offenbarte, so daß
ich sagen konnte: »Jetzt weiß ich, was das ist, und kann es
erklären.« Und das war das Jahr, in dem "Der Weg zum
Unendlichen" zum Abschluß kam.

Es waren die zwei schönsten Monate meines ganzen
Lebens, und nach Ablauf dieser Frist wurde mir klar und
eindeutig gesagt: "Von jetzt ab wirst du Unterricht
geben, aber suche nie nach einem Schüler. Du nimmst
die Schüler an, die dir zugeführt werden. Du wirst nie
etwas brauchen, du läßt einfach alles von selbst ausströmen."

Eine von .loels persönlichen Notizen, die er mir im Januar 1964 schickte, die er aber viele Jahre vorher niedergeschrieben hatte, gibt weiterhin Auskunft darüber, was er während seiner Einweihung erfuhr:

"Das Gebet eines Gerechten vermag viel." Bisher war
es unser Anliegen gewesen, durch Gott geläutert zu
werden. Wir erwarteten eine äußere oder innere Heimsuchung,
die uns auf wunderbare Weise reinigen und
läutern und uns schließlich Vergebung unserer Sünden
bringen sollte.
Bei meiner eigenen Einweihung und Läuterung erfuhr
ich: Wir selbst müssen die ersten Schritte tun zur
Entfaltung Gottes in unserem Innern und zu Seiner
Herrschaft über unser Leben.

Im Jahre 1957 erzählte mir Joel einmal, daß er 1955 den Parthenon in Athen besichtigt habe und dieser ihm seltsam vertraut vorgekommen sei; es schien ihm, als habe genau da die Einweihung stattgefunden, die er in jenen frühen Morgenstunden des Jahres 1946 in Santa Monica erlebt hatte. Das war jedoch nicht die einzige Einweihung, die ihm zuteil geworden war. In den nächsten Jahren folgten weitere, aber größtenteils widerstrebte es ihm, mehr darüber zu berichten, als was nachfolgend wiedergegeben ist:

Erlebte eine Einweihung am Samstagmorgen, kurz,
aber mächtig. Bis jetzt noch keine Beziehung zum
Unterricht.
Heute empfing ich eine neue Weihe. Dazu folgende
Notizen:
Sagte: "Sondere dich ab - lebe in der Welt, doch
nicht von ihr. Der Geist Gottes ist in dir (das stimmt). Du
wirst in zwei Welten leben: in der geistigen Welt, wo du
Sein Wirken und Seine Möglichkeiten kennenlernst, um
diese dann durch Seine Gnade in der irdischen Welt zum
Ausdruck zu bringen. Mein Geist ruht auf dir. Höre,
rede, lebe durch Meinen Geist. Meine Gnade ist die
Kraft, das Wissen, die Hilfe und Versorgung für all Dein
Tun."
Es wurde mir der Lotus der Reinheit, die Lilie der
Unsterblichkeit gezeigt: Zeichen der Gegenwart des
Geistes.
Und so ist es.

Joel behauptete, es gäbe zwar viele Erzählungen, in denen Schriftsteller und andere Leute von Einweihungen berichteten, über die sie von anderen in Ägypten, Indien oder Tibet gehört hätten; aber soweit er wüßte, existierte nirgendwo auf Erden ein Bericht von einem Meister selbst, in dem er offenbare, was ihn zum Meister gemacht hätte. Er war überzeugt, daß Jesus die Geheimnisse seiner Einweihung nie preisgegeben habe, nicht einmal seinen Jüngern.

Bevor »Der Weg zum Unendlichen« zum Abschluß kam, konnte Joel einen Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft tun. Jene Vision trug ihn über Zeit und Raum hinaus und in diesem gewaltigen Erlebnis wurde ihm das ganze Leben offenbart. "Der Weg zum Unendlichen« war nicht etwas, was einfach geschah. Sondern es stellte die Frucht jahrelangen Studiums und praktischer Anwendung dar, die Frucht unerschütterlichen Festhaltens am Prinzip, die schließlich in diesem Buch zum Durchbruch kam."

Montag, 7. Februar 2011

Graf von Saint Germain – Wikipedia

Graf von Saint Germain – Wikipedia: "Graf von Saint Germain aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Graf von Saint Germain

Der Graf von Saint Germain (auch: Aymar de Betmar; Marquis de Betmar; Graf Welldone u. a.), (* unbekannt; † 27. Februar 1784 in Eckernförde) war ein Abenteurer, Geheimagent, Alchemist, Okkultist und Komponist. Um seine Person ranken sich zahlreiche Legenden, die teilweise von ihm selbst geschaffen wurden."

Leben

Die erste gesicherte Nachricht von einem Grafen von Saint-Germain stammt aus den Briefen Walpoles 1745.[1] Diesen zufolge hielt er sich schon zwei Jahre in London auf, besaß eine ausgesuchte Sammlung von Juwelen, komponierte und trat als exzellenter Geigenspieler auf. Außerdem ließ er in London unter anderem eine italienische Liedsammlung und Violinsonaten drucken. Im Rahmen des allgemeinen Misstrauens und der Feindseligkeiten gegen katholische Ausländer wegen des damaligen jakobitischen Aufstands in Schottland wurde Saint Germain vorübergehend verhaftet; schließlich erregte er die Neugier des Prinzen von Wales und befreundete sich mit Philip Stanhope.
Er lernte in Wien den französischen Kriegsminister Marschall von Belle-Isle (1684–1761) kennen, den er unter anderem mit Plänen einer Invasion Englands derart beeindruckte, dass dieser ihn nach Paris einlud. Die Zeit dort von 1756 bis 1760 gilt als Höhepunkt von Saint Germains Laufbahn. Casanova schildert in seinen Memoiren anschaulich wie der Graf Abendgesellschaften damit unterhielt, vorzugeben, Zeuge wichtiger, weit zurückliegender historischer Ereignisse gewesen zu sein, die er in genauen Einzelheiten schilderte und dabei sehr gute historische Kenntnisse durchblicken ließ. Dabei setzte Saint Germain stets eine todernste Miene auf, aß und trank außerdem nichts. Selbst die Pompadour (1721–1764) unterhielt er auf diese Weise, wie ihre Kammerfrau du Hausset berichtet.[2]. Stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, den König Ludwig XV. zu unterhalten, stellte sie ihm Saint Germain vor – mit vollem Erfolg: Im Trianon-Schlösschen in Versailles ließ der König ein Alchemielabor einrichten, 1758 stellte er Saint Germain darüber hinaus Räume im Loireschloss Chambord zur Verfügung, wo dieser unter anderem an neuen Methoden für die Textilfärberei experimentierte. Saint Germain behauptete, Fehler in Edelsteinen beseitigen und Diamanten zu größeren verschmelzen zu können. Er lieferte dem König auch Proben ab, hütete sich aber, in diesem Fall Tricksereien anzuwenden. Zudem lehnte er es kategorisch ab, dem König Mittel zu verabreichen. Anscheinend war Saint Germain auch in der Pharmazie bewandert und behauptete, ein Aqua benedetta zu besitzen, das bei Damen das Altern stoppte. Dieses trug zwar sehr zur Beliebtheit des Grafen bei, jener machte aber in seiner Zeit in Paris kein Geschäft daraus. (mehr)

 Aus dem Leben des Grafen von Saint Germain erzählt Joachim Winckelmann in seinem spannenden Roman "Der Elf mit dem blauen Helm" (mehr)

Montag, 17. Januar 2011

Buchauszug: Poesie des Vedanta von Sri Shankaracharya

Kurzbiografie von Shankaracharya


Für Shankaracharyas zeitlose Bedeutung als Philosoph, Reformator und Mystiker sprechen die vielen Biografien, die über tausend Jahre nach ihm von indischen und westlichen Autoren, zum Teil erst in den letzten zehn Jahren, veröffentlicht wurden. Vieles im Leben Shankaracharyas ist legendär. Nur weniges erscheint historisch gesichert. Auch die von den Gelehrten überwiegend anerkannte Lebensspanne (788–820 A.D.) wird von manchen um Jahrhunderte früher angesetzt. Unbestritten ist die Tatsache, dass sein Wirken in eine Zeit geistigen Umbruchs fällt.

Wichtig sind für den westlichen Leser die geistige Hinterlassenschaft, die Lehren des erleuchteten Shankaracharya über die Philosophie des Advaita-Vedanta, die Wissenschaft von der Absoluten Wirklichkeit und der Identität des Selbst aller Lebewesen mit dem Absoluten. Wir beschränken uns in der Folge auf die allgemein anerkannten Angaben über das Leben des großen Meisters im alten Indien.

Geburt und Jugend
Shankaracharya (Meister Shankara) – auch Bhagavatpada oder nur Shankara genannt - wurde 788 n.Chr. in die orthodoxe Priesterfamilie der Nambudaris im Dorf Kaladi, Kerala, Südindien, geboren. Sein Vater hieß Shivaguru, seine Mutter Aryambal.

Schon im zarten Alter zeigte Shankara seine überragende Geisteskraft. Dank seines außergewöhnlichen Gedächtnisses konnte er lange Sanskrit-Texte nach nur einmaligem Anhören vollständig wiedergeben. Die Biografen Shankaras - Madhava und Anandagiri -
erzählen von vielen Ereignissen in seiner Jugend, die das große geistige Potential und seine philosophisch-mystische Veranlagung erkennen ließen.

Noch nicht 16-jährig hatte Shankara das Studium der gesamten vedischen Literatur mit Auszeichnung abgeschlossen. Äußerst interessiert an Philosophie und inneren Werten entschloss er sich, Mönch zu werden und die Wahrheit über die Welt und Gott in unmittelbarer, mystischer Erfahrung zu erkennen.

Auf der Suche nach einem erleuchteten Meister fand er Govinda Bhagavatpada, der am Fluss Narmada in Zentralindien mit seinen Schülern lebte. Dort übte sich Shankara in geistigen Disziplinen und vertiefte sich ins Studium der Upanishaden und anderer mystischer Lehren. Durch die harte Schule des Meisters erreichte er in kurzer Zeit das Ziel seines geistigen Strebens. Sodann beauftragte ihn Govinda Bhagavatpada, die Lehre des Advaita - der Einheit der Seele mit Gott, dem Absoluten Bewusstsein - in ganz Indien den Menschen aller Schichten und Stände zu vermitteln.

Verbreitung der Advaita-Lehre
Im Wallfahrtsort Badrinath - in den Himalayas -, verfasste Shankara zunächst ausführliche Kommentare zu den drei wichtigsten Werken der vedantischen Literatur: den Brahma-Sutras, den 10 älteren Upanishaden und zur Bhagavad-Gita. Darin legte er seine Erkenntnis nieder, dass die individuelle Seele und das Absolute Bewusstsein in ihrer Essenz ein und dasselbe sind.

Da die Menschen im Indien der damaligen Zeit schriftgelehrten Philosophen und Meistern gegenüber Herzoffenheit und Lernbereitschaft entgegenbrachten, nutzte Shankara sein Genie nicht allein im Unterweisen ehrfurchtsvoller Schüler. Er setzte sich als Lebensziel, den Leitern sämtlicher philosophischen Schulen, welche die Einheit der Seele mit Gott nicht erfassten und die Menschen in die Irre führten, durch philosophische Debatten das tiefere Verständnis zu ermöglichen. Wohl aus diesem Grund ist Advaita-Vedanta im heutigen Indien so weit verbreitet.

Mit diesem Ziel vor Augen reiste Shankara durch ganz Indien, von Stadt zu Stadt, und verbreitete seine Lehre. Neben seiner intellektuellen Arbeit setzte er Hunderte von Tempeln instand und errichtete Klöster und Akademien für Philosophie. Von manchen wurde er als religiöser Rebell verachtet. Den meisten Menschen Indiens aber schenkte er Hoffnung. Sie gewannen durch ihn die Aussicht, dass jeder, der sich im Geist der alles Leben und alle Existenz durchdringenden göttlichen Gegenwart zuwendet, diese im Inneren zu erfahren und erkennen vermag. Daher wurde er als „Meister“ (Acharya) und sogar „Welten-Lehrer“ (Jagad-Guru) bezeichnet.

Im Anschluss an seine schriftlichen Kommentare zu den drei vedantischen Hauptwerken verfasste der Meister inhaltlich übersichtliche philosophische Lehrbücher in einer für den Laien verständlichen, aber hoch poetischen Sprache. Dazu gehören: Vivekacudamani (Kronjuwel der Unterscheidung), Atma-Bodha (Selbst-Erkenntnis), Sarva-Vedanta-Siddhanta-Sara-Sangraha (Zusammenfassung der Kernlehren aller Upanishaden), Upadesha-Sahasri (Tausend Lehrsätze) und viele andere. Sein literarischer Nachlass umfasst zehn Bände in Devanagari-Silbenschrift. Manche Werke, die Shankara zugeschrieben werden, sind vielleicht von seinen Nachfolgern verfasst worden. Nichtsdestotrotz kommt in allen Werken seiner Tradition ein mächtiger vedantischer Geist zutage, der ohne Zweifel bei Shankara selbst seinen Anfang hat.

Am Ende seines kurzen Erdenlebens - Shankara waren nur 32 Jahre beschieden - hatte er der Advaita-Lehre ein derart solides Fundament gegeben, dass sie in den 1200 Jahren, die seither vergangen sind, nichts an ihrer ursprünglichen Bedeutung verloren hat.

Sonntag, 16. Januar 2011

Biografie: Mutter Meera

Mutter Meera – Wikipedia: "Mutter Meera
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie


Mutter Meera (* 26. Dezember 1960 in Chandepalle, Bundesstaat Andhra Pradesh, Indien) ist eine in Deutschland lebende Inderin, die ihre Anhänger als Avatara bezeichnen. Ihr Geburtsname ist Kamala Reddy.
Im Alter von sechs Jahren soll sie ihre erste Erfahrung des Samadhi gemacht haben. Ihr Onkel Bulgur Venkat Reddy traf sie, als sie 12 Jahre alt war, zum ersten Mal und erkannte in ihr das Mädchen seiner Visionen. In ihm wuchs die Überzeugung, dass sie die göttliche Mutter sei, und er nahm sich ihrer an. 1974 brachte er sie erstmals zum Sri-Aurobindo-Ashram in Pondicherry, dessen Mitglied er war. Einige Monate später brachte er sie dann auf eine Mädchenschule, wo sie etwa zwei Jahre blieb.
1976 kehrte sie nach Pondicherry zurück. Dort traf sie die ersten Besucher aus dem Westen und begann Darshan zu geben. 1979 wurde sie von ihren ersten Anhängern nach Montreal in Kanada eingeladen, wo sie bei größeren Audienzen Darshan gab und mehrfach wieder hinreiste. 1981 besuchte sie Deutschland, wo sie sich ein Jahr später niederließ und einen Deutschen heiratete. Gegenwärtig gibt sie Darshan auf Schloss Schaumburg in Balduinstein.

Montag, 15. November 2010

Aus Vivekananda / Eine Biografie, von Nikhilananda

Vedanta lehrt, dass Nirvana hier und jetzt erreicht werden kann, dass wir nicht auf den Tod warten müssen, um es zu erreichen. Nirvana ist die Verwirklichung des Selbst, und wer das einmal erkannt hat, und sei es nur für einen Augenblick – der wird sich nie mehr durch die Fata Morgana der Persönlichkeit täuschen lassen.

Es gibt kein „Ich“, kein „Du“; alles ist eins. Es ist entweder ganz „Ich“ oder ganz „Du“. Diese Vorstellung von Dualität, diese Idee der Zweiheit ist völlig falsch und das ganze Universum, wie wir es gewöhnlich sehen, ist das Ergebnis dieses falschen Wissens. Wenn die wahre Unterscheidung kommt und der Mensch erkennt, dass es nicht Zwei, sondern nur Eines gibt, erkennt er, dass er selbst das Universum ist.

Hat der Mensch Gott vergeblich außerhalb von sich selbst gesucht, so schließt er den Kreis und kommt an den Ausgangspunkt zurück – zur menschlichen Seele; und er erkennt, dass Gott, den er in Berg und Tal, in jedem Tempel, in Kirchen und Himmeln gesucht hat, den er sich im Himmel sitzend und von dort die Welt regierend vorstellte, sein eigenes Selbst ist. Ich bin Er, und Er ist Ich. Keiner außer mir ist Gott, und dieses kleine „Ich“ hat nie existiert.

Montag, 27. September 2010

Joel S. Goldsmith

Biografische Notiz über den Autor
Joel S. Goldsmith, dieser furchtlose Erforscher des Bewusstseins, der die innere Macht, das mystische Ich, zum Wohl seiner Mitmenschen entdeckte und einsetzte, hat einen tiefen Einfluss auf das Leben Tausender von Menschen ausgeübt. Er begann schon in jungen Jahren durch die Welt zu reisen. Nach dem Schulabschluss trat er in das Importgeschäft seines Vaters ein, das ihn auch nach Europa führte. Aber erst im Alter von 36 Jahren begab sich Goldsmith ernsthaft auf eine andere Reise – die Reise des Geistes. Durch ein Kindheitserlebnis mit der wunderbaren Heilung seines Vaters war sein Interesse für geistige Heilung geweckt worden.
Gänzlich unerwartet und aus ihm damals unverständlichen Gründen baten ihn die Menschen plötzlich um seine Hilfe, um sein Gebet. Verwirrt und überrascht bemühte er sich um geistige Erkenntnis und langsam ließ sich eine Stimme vernehmen, die ihn in den nachfolgenden Jahren führen und zu immer höheren Erfahrungen leiten sollte. In einem authentischen Bericht schildert Lorraine Sinkler, seine engste Mitarbeiterin, die 22 Bücher von Goldsmith herausgegeben hat, auf lebendige Weise Leben und Werk des weltbekannten Mystikers.